Breit-Wegerich, Großer Wegerich (Plantago majorxx)

Heil- Gemüsepflanze

Systematik:

  • Ordnung: Lippenblüterartig, Familie: Wegerichgewächse,
  • Gattung: Wegeriche, Art: Breit-Wegerich

Standort und Zeiger:

  • Wege, Plätze, Rasen, Ufer, intensiv genutzte Weiden, Pflasterfugen. Auf mäßig nährstoffreichen Böden. Verbreitet. Verträgt Tritt und Salz.
  • Zeigerpflanzen: für häufig gegangene Stellen

Beschreibung:

  • 3-25 cm hohe, ausdauernde, krautige Staude
  • Stängel: derb, nicht oder kaum länger als die Blätter
  • Blätter: in Grundrosette, kurz behaart, gestielt, meist aufrecht, breit rundlich-elliptisch,
  • Blattnerven: parallelnervig (5-9 Nerven pro Blatt)
  • Blattrand: ganzrandig, leicht wellig
  • Blüten: sind zwittrig, ca. 2 mm lang mit 4 gelblichen Zipfeln, Staubbeutel erst lila, dann braun-gelb an lange dünne Ähren
  • Ähren: an blattlosen Stängel, blühend 10 cm lang, fruchtend bis 20 cm lang,

Blütezeit:

  • Juni bis Oktober

Erntezeit:

  • Blätter: April bis Oktober / April bis Mai findet man weiche junge Blätter
  • Samen: Juli bis September
  • Blüten: Mai bis Juni

Inhaltsstoffe:

  • Iridoidglykoside, das Glykosid Aucubin (antibiotischer Stoff) Schleimstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe, Kieselsäure, Kalium und Zink und viel Vitamin C und B

Verwechslung:

  • Mittlerer Wegerich dessen Rosette liegt am Boden an

Giftigkeit:

  • Die Blätter des Breit-Wegerichs sollten bei einer Überempfindlichkeit gegen den Wegerichgewächse nicht verwendet werden.

Der Breit-Wegerich (Plantago major), auch unter den Namen Wegebreit, Wegeblatt, Wegtritt, Wegetrene, Rippenblatt, Saurüssel, Mausöhrle, Arnoglosse, Ackerkraut bekannt, gehört zur Familie der Wegerichgewächse, zu denen auch der Spitz-Wegerich und der Mittlere Wegerich gehören.

„Die drei Brüder“ haben uns so viel zu schenken. Die jungen Blätter bereichern Salate, aus den älteren Blättern wird Tinktur gemacht, aus den Körnchen nussige Speisewürze und die blumigen Stiele sind für die Vase. Am heilsamsten ist aber der Spitzwegerich.

Der Breit-Wegerich ist eine mehrjährige, widerstandsfähige Staudenpflanze, die überall dort wächst, wo häufig gelaufen wird. Man findet ihn sogar in Pflasterritzen. Seine Rhizome dienen als Überdauerungsorgan. Die Bestäubung der Zwitterblüten erfolgt durch den Wind, auch eine Selbst-bestäubung ist möglich. Nach der Befruchtung reifen 6-30, selten 46 Samen heran. Deren Verbreitung durch den Wind oder durch Körnerfresser erfolgt. Hauptsächlich aber, erfolgt die Verbreitung durch Menschen und Tiere. Ursprünglich stammt der Wegerich aus Europa, seine klebrigen Samen haften an Tierpfoten, Schuhen und Rädern, so dass er inzwischen weltweit zu finden ist.

Der botanische Name „Plantago“ leitet sich ab, vom lateinischen Wort „Planta“, was so viel wie „Fußsohle“ heißt und die Blattform des Breitwegerichs aufgreift

Die Indianer nannten den Wegerich „Die Fußstapfen des weißen Mannes“, weil die ersten Siedler ihn, unter den Schuhen und unter den Hufen der Pferde, nach Amerika brachten.

Besondere Arten und Sorten:

  • „Rubrifolia“ eine gezüchtete Breitwegerich-Sorte, sie wird manchmal von Staudengärtnereinen angeboten. Seine dunkelrot-braunen Blätter bringen Farbe ins Kräuterbeet. Auch er besitzt eine heilkräftige Wirkung
  • Hirschhorn-Wegerich (P. coronopus) bereichert den Kräutergarten mit schmalen, fleischigen Blättern, die an den Spitzen geweihartig gefiedert sind. Die Pflanzen bleiben im Winter grün und liefern einen gesunden Wildsalat mit leicht salzigen Geschmack

Historisches, Mythologie, Geschichten,

Der Name „Breitwegerich“ kommt vom alten Wort „wegarîh“ welches „König des Weges“ bedeutet. Er wächst im Dorf, sowie an Wegrändern außerhalb des Dorfes. Dieses Kraut hat heilende Kräfte und wird von den Vhinbrosiranern als „erste Hilfe“ bei kleineren äußeren Verletzungen, Bissen wilder Tiere oder Skorpionen verwendet.

(Vhinbrosiran heißt das Dorf in denen drei Sippen siedeln, die Herken, Nangisten und Güldringer. Drei Priester des Gottes Triuns hatten die Menschen zu diesem verlassenen Ort mitten im Wald geführt, auf das sie eine gesegnete und fruchtbare Heimat finden würden).

Die Vhinbrosiraner kennen die Geschichte des fremden Medicus „Avicenna“, der auf seinem Weg eine Schlange traf, die soeben von einem Kaufmannswagen überfahren worden war. Die Schlange kroch mit letzter Kraft zu einem Wegerich, biss ein Stück ab, kaute es durch und legte den Brei auf ihre Verletzungen und Wunden. Avicenna konnte voller Erstaunen beobachten, wie die bereits dem Tode nahe Schlange durch diese Behandlung wieder genas! Wegen seiner blutstillenden Wirkung heißt der Breitwegerich auch „Blutwurz“.

Spitz-und Breitwegerich wurde früher als Orakel angewandt. Dazu riss man das Blatt vorsichtig quer entzwei und betrachtete die Blattadern. Die gaben Aufschluss je nach Fragestellung: „wie oft man gesündigt oder gelogen hat“, „wie viele Kinder man bekommt“, „wie viele Mädchen oder Jungen“

Dioskurides legte Wegerich-Blätter auf Wunden und verordnete Wegerich-Saft gegen Geschwülste und Drüsen.
Shakespeare war ebenfalls die Heilkraft von Wegerich bekannt, denn er läßt Romeo im Gespräch mit Benvolio sagen: „ein Blatt von Wegerich dient dazu vortrefflich“ „Wozu?“ „Für Dein zerbrochenes Bein“ (Romeo und Julia, 1.Akt).
Hildegard von Bingen Wegerich ist ein Sympathie-Magie-Mittel, wer Breitwegerich vor Gericht bei sich trüge, gewann den Prozess.
Pfarrer Kneipp empfahl das Kraut zu Wundheilung

Küche:

  • Blätter, benutzt man als Salat-und Gemüsebeilage. Die jungen, weichen Blätter werden quer zu Faser in Streifen geschnitten, auf Brote gelegt oder in Brotteig mit gebacken, man bestreicht sie als Rohkostsnacks mit Frischkäse, presst aus ihnen Gemüsesaft oder kocht sie einfach als Spinat. Das ganze Jahr über nutzt man die Blätter als Teebereitung. Bis in den September hinein können die Blätter zu Sauerkraut gegoren werden.
  • Blütenknospen, isst man roh gleich von der Pflanze, gibt sie in Salate, dünstet sie oder legt sie sie in Öl oder Essig ein
  • Samen werden wie Grünkern in Aufläufe genutzt, aus den kugligen Samen lässt sich ein gutes Öl pressen

Haus- und Heilmittel:
Der Breit-Wegerich lässt sich wie der Spitzwegerich in der Naturheilkunde einsetzen. Verwendet werden Blätter, Samen und Blüten.

Sodbrennen
Je 25g Breitwegerich und Beifuß, 15g Kamille.

Ein Teelöffel der Kräutermischung auf einer Tasse kochendes Wasser. 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen, danach absieben und schlückchenweise trinken. Täglich mehrmals eine Tasse trinken.

Snack für unterwegs
Frische Blätter des Breitwegerich und des Spitzwegerich können im Frühling während einer Wanderung auf Butterbrot gelegt werden. Sie sind sehr vitaminreich, mineralreich und reinigen das Blut.

Wissenswertes
Getrocknete Blätter eignen sich zum Strecken von Rauchtabak. Diese Mischung soll helfen sich das Rauchen ab zu gewöhnen.