Die Linde und die Lindenblüten

 

Sommerlinde-Blüten Lindenblüten mit Hochblatt Lindenblüten

Botanisch betrachtet ist die Linde eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Lindengewächse innerhalb der Familie der Malvengewächse. Linden-Arten sind laubabwerfende Bäume; sie bilden keine terminalen Knospen. Je nach Linden-Art können die Bäume zwischen 15 Metern und 40 Metern groß werden. Der erreichbare Stammdurchmesser variiert ebenfalls von Art zu Art und kann zwischen 1 und 1,8 Meter liegen. Sie können ein Alter von bis zu 1000 Jahren erreichen. Die wechselständig und zweizeilig angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die Blattspreite ist meist herzförmig. Die Knospenschuppen fallen früh ab.

Lindenblüten der Sommerlinde werden seit langem als Heilmittel eingesetzt und finden auch heute noch als solches Verwendung. Die Winterlinde mit den ähnlichen Eigenschaften blüht einige Wochen später. Sie hat etwas kleinere Blätter. Die Sommerlinde blüht von Juni bis August. An der Unterseite der Lindenblüte befindet sich ein unauffälliges, schuppenförmiges sowie ein großes, zungenförmiges Deckblatt. Es ist dünnhäutig und von grünlich-gelber Farbe. Die Kelchblätter sind graugrün, eiförmig und spitz, die Kronblätter gelbgrünlich weiß und mehr oder weniger aufgerichtet. Die Staubblätter werden bis 30 mm lang. Die Frucht wird bis 8 mm groß. Sie ist fast kugelig, einsamig, dünnschalig und zerbrechlich. Zur Fruchtreife erfolgt die gemeinsame Verbreitung des gesamten Fruchtstands, wobei das große Deckblatt als Flugapparat dient. Als Heilmittel war die Lindenblüte schon im Mittelalter bekannt und wird auch heute noch mit gutem Erfolg verwendet. Sie zählt zu den bekanntesten Hausmitteln. Ihre Wirksamkeit wird durch die Erfahrung in der Hausmedizinbelegt, andere Wirksamkeitsstudien für die Lindenblüte selbst fehlen. Es gibt jedoch Studien zu ihren Inhaltsstoffen.

Sommerlinde-Blätter-Vorderseite-Rückseite

Mytologie der Linde:

  • Gewitterspruch von meiner Oma (Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen, kannst du Linden nicht finden)
  • Linden stehen nicht gerne auf Wasseradern
  • Am Brunnen vor dem Tore….
  • Gericht, milde Urteile
  • Hochzeiten, Feste
  • Liebespaare träumen unter ihr von der gem. Zukunft (Baum der Liebe)
  • Baum am Brunnen Aphrodite – Wasser ist Quell des Lebens
  • Winterlinde und Sommerlinde
  • Großer Baum, breit säulenförmige Krone
  • Blütezeit im Sommer
  • Blätter am Rand gezähnt, am Grund herzförmig und enden mit kurzer aufgesetzter Spitze
  • Blattoberseite dunkelgrün
  • Blattunterseite (Winterlinde) blaugrün, kahl mit auffallenden braunen Haarbüscheln an den Verzweigungen
  • Blattunterseite(Sommerlinde) heller und von beiden Seiten weich behaart

 

Anwendung:

  • Blättertee lindert Rheuma, Hautausschläge
  • Blütentee Erkältungskrankheiten ….
  • Blütenfußbad Infekte ausschwitzen
  • Junge Blätter von April-Juni roh oder gekocht essen
  • Blüten aromatisieren Zucker, Liköre, Süßspeisen

 

Inhaltstoffe:

  • Schleimstoffe
  • Saponine
  • Gerbstoffe
  • ätherische Öle
  • Flavonoide
  • Pflanzensäuren
  • Glykoside

 

Für die Teeherstellung erntet man den gesamten Blütenstand mit dem Hochblatt. Am besten an einem trockenen Vormittag. Idealerweise sollte die Ernte gleich ein paar Tage nach dem Aufblühen erfolgen. Die Lindenblüten sind nach dem Trocknen grün-gelblich, wir der Tee aufgegossen verfärbt sich das Wasser goldrot.

  • Ein Infus aus 1-2 EL auf ½ l Wasser, 2-3 Tassen tägl.
  • Hilft bei Erkältung, Schnupfen, Husten, Bronchitis und Grippe
  • Eine Kompresse aus dem Blütentee hilft bei juckender Haut und müden und entzündeten Augen
  • Ein Fußbad aus Lindenblüten, Infus aus 7 EL auf 2 l Wasser ins Fußbad geben und Füße hineinstellen. Nach 10 Min. mit den feuchten Füßen in vorgewärmte Wollsocken schlüpfen und ab ins Bett. Wirksames Mittel, wenn eine Erkältung in Anmarsch ist.

 

So trockne und lagere ich kostengünstig meine Wildpflanzen

  1. Obstkisten im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt besorgen, die gibt es umsonst. Die Obstkisten sind luftdurchlässig und lassen sich schön stapeln

Obstkiste-zum-Trocknen

  1. mit Küchenpapier die Kiste auslegen. Das Küchenpapier saugt die Feuchtigkeit auf und verhindert das die Pflanzenteile durch die Öffnungen fallen

Obstkiste-mit-Küchenpapier

 

  1. Pflanzenteile auf dem Küchenpapier verteilen. Keine Teile sollten übereinander liegen, sonst droht Schimmelgefahr. Hier sind es Lindenblüten.

Obstkiste-Küchenpapier-Lindenblüten

 

  1. Wenn die Pflanzenteile nach einigen Tagen gut getrocknet sind werden sie zur Aufbewahrung in Komposttüten gefüllt. Die sind aus festem Papier und sind luftdurchlässig. Die Pflanzenteile lagern darin im Dunkeln. Jetzt nur noch die Tüte beschriften und verschließen, ­fertig.

Komposttüte-zur-Aufbewahrung-getrockneter-Lindenblüten