Mit dem Frühjahr kommt auch die Zeit den Bärlauch (Allium unsinum) zu sammeln. Er gehört zur Familie der Lauchgewächse. Ihr findet ihn in feuchten Laubwäldern, auf humusreichen, meist schattigen Standorten. Sein Grundgeschmack ist scharf, intensiv knoblauchartig und aromatisch.

Der Name Bärlauch kommt angeblich von der beobachteten Angewohnheit der Bären, die sich nach dem Winterschlaf den Bauch mit diesem Kraut voll schlugen. Man glaubte, der Bär verleihe seine Kräfte bestimmten Pflanzen und wenn diese Pflanzen durch den Menschen verzehrt werden, gehen die Kräfte auf ihn über.

Bärlauch (Vorderseite / Rückseite)
Der Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger

Sammelzeit:

Von März bis April sind die stark nach Knoblauch duftenden Blätter des Bärlauchs eine wahre Delikatesse. Sie können zu Pesto, Suppe, Kräutersalz, Kräuterquark und -butter verarbeitet werden oder mit Essig oder Öl übergießen werden. Von April bis Juni lassen sich die Blütenknospen wie Antipasti in Öl, Essig oder Salzlake einlegen. Die Blüten die ab Mai zu ernten sind nutzt man als essbare Dekoration. Im Juni erscheinen die grünen Samen sie lassen sich wie grünen Pfeffer unter Weichkäse, Saucen oder Gemüsegerichte mischen. Die ausgereiften Samen trocknet man und mahlt sie zu einem pfeffrigen Trockengewürz. Auch die Zwiebeln sind essbar sie erntet man im Mai oder zum Februar des folgenden Jahres.

Inhaltsstoffe

Äthärische Öle, Flavonoide, Senfölglykoside, Mineral- und Schleimstoffe, Spurenelemente,

 

Haus- und Heilmittel:

Eine Bauernregel besagt: Bärlauch im Mai erspart das ganze Jahr – den Arzt und die Arznei.

Für Heilzwecke sammelt man die Blätter. Der Bärlauch wirkt blutreinigend, entzündungshemmend, harntreibend, schleimlösend, Stoffwechsel anregend und allgemein stärkend. In der Volksmedizin wird er auf Grund seiner antibakteriellen Wirkung bei Magen-Darmstörungen eingesetzt. Auch in der Naturheilkunde kommt Bärlauch zum Einsatz. Er wirkt durch seine ätherische. Öle positiv auf die Verdauung, Atemwege, Leber, Galle, Magen und Darm. Bärlauch senkt den Blutdruck und den zu hohen Cholesterinspiegel, wirkt Gefäßverkalkung entgegen und ist hervorragendes Mittel zur Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall.

 

Verwechslungsgefahr:

Wer sich nicht richtig auskennt kann ihn mit giftigen Doppelgängern verwechseln. Ich habe Euch eine die Unterschiede der Pflanzen zusammen getragen.

 

Bärlauch

Zu verwechselnder Pflanzenteil:   Blätter vor der Blüte

Unterscheidung:  Zwei weiche Blätter schieben sich einzeln, unten leicht eingerollt aus der Erde, Blattoberseite ist glänzend, unten matt mit deutlicher Mittelrippe ist sie noch frisch knackt sie beim Brechen, parallele Blattnerven, starker Knoblauchduft,

Giftigkeit:  Essbar gesund und lecker

 

Maiglöckchen

Zu verwechselnder Pflanzenteil:  Blätter vor der Blüte

Unterscheidung:  Immer zwei Blätter aus einem aufrechten Stiel, sie sind ineinander gedreht und werden von einem rasa Häutchen gehalten, Blattoberseite ist matt, Unterseite glänzend. Auch sie hat eine Mittelrippe, die beim Brechen knackt (Egal was in den Büchern steht) Geruchlos

Giftigkeit:  Aufgrund von Herzglykosiden ist die Pflanze auch schon in relativ geringen Dosen tödlich giftig. Schon wenige Beeren führen bei Kindern bereits zu Brechdurchfall. Das Gift bleibt auch beim Kochen enthalten.

 

Herbstzeitlosen

Zu verwechselnder Pflanzenteil:  Blätter vor der Blüte

Unterscheidung:  Mehrere ineinander geschachtelte derbe Blätter, dunkelgrün, glänzend, bilden einen Trichter mit einer Knospe in der Mitte, kaum erkennbare Mittelrippe erscheint wie gefaltet, knackt nicht beim Brechen Geruchlos

Giftigkeit:  Sehr stark giftig!!! Durch das Alkaloid Colchicin, 20 mg sind tödlich, das entspricht 1-5g Samen

 

Aronstab

Zu verwechselnder Pflanzenteil:  Babyblätter, die noch keinen Schwalbenschwanz haben

Unterscheidung:  Keine parallelen sondern netzartige Blattnerven, manchmal schwarze Flecke, etwas größere Nachbarblätter zeigen beginnende Schwalbenschwanzbildung

Giftigkeit:  Giftig, Verletzung der Schleimhäute durch Calcium-Oxalat-Nadeln auf den Blättern (Zunge fängt an zu schmerzen), leichtes Eindringen der übrigen Giftstoffe, nur im frischem Zustand giftig, beim Kochen oder welken lässt die Giftigkeit nach.

 

Quellen: Gundermann-Skript

Der Bärlauch und seine giftigen Doppelgänger
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